BERICHT: Mikado mit den großen Hölzern

Heute morgen hat es noch geregnet - aber als wir 14/14 (14 Uhr mit 14 Mann) an der Niedhalle starten, ist es trocken und für die Jahreszeit schön warm. Allerdings war heute wieder einmal Baum-Mikado angesagt.

Tommy, Weltmeister der Abkürzungen und des guten Timing, schafft es seine 6 köpfige Gruppe so zu führen, daß wir uns mehrmals unterwegs wieder treffen. Erst in der Dämmerung verlieren wir "Tommy's Runde" aus dem Radar.

Unterwegs liegen häufig ganze Bäume oder gleich ganze Teil des Waldes quer über dem Weg. Das ist etwas nervig, weil wir heute auch einige kleinere Trails fahren wollen - unter anderem auch eine gleichermaßen beliebte und gefürchtete Steilpassage, die am Ende eines breiteren Waldweges, schmal und furchterregend steil hinunter auf den Hauptweg führt.

Als wir am Einstieg zu dieser Steilpassage ankommen treffen wir auf Waldarbeiter die uns verwundert anschauen und darauf hinweisen, daß der Weg hier endet. Wir zeigen die steile Böschung hinunter: "Da gehts weiter für uns..." Ungläubiges Staunen, verbunden mit dem Kommentar eines Baumfällers:

"Bevor ich da mit dem Rad runterfahre würde, mach ich lieber noch 100 Bäume um".

Komisch, bei mir ist es genau andersrum - ich fahre dort lieber 100 Mal runter anstatt einen Baum umzumachen.

Weiter geht es am wunderbaren Kreuz vorbei in Richtung HoChiMinh-Pfad. Uli und Alex haben vor Monaten bereits einen neuen Trail ausgekundschaftet und freigeräumt. Aber auch hier liegen jede Menge Bäume quer - und richtig steil, glitschig und kurvig ist er zudem auch. Nicht alle sind gleichermaßen erfreut über die Wander-Einlagen.

Wolfhard bringt es auf den Punkt indem er meint: "So lange ich überwiegend noch radfahre ist es doch egal..."

Jetzt also stehen wir unten im Blauloch und müssen über einen sehr steilen, sandigen Weg nach Sankt Barbara hoch. Und wieder liegt ein Baum im Weg, der die Bergauffahrt zu unterbrechen droht. Zorro, wie immer souverän an der Spitze - erbarmt sich und stemmt den Baum nach oben bis alle passiert haben. Der hat doch tatsächlich auch Power in den Armen!

Mit gezündeten Laternen gehts weiter zum HoChiMinh-Trail. Die meisten kommen zügig und sturzfrei hinunter - wieder andere feilen noch etwas an der Technik ;-)

Unsere letzte Steigung, die Asphaltstraße zum Oberlimbo hinauf, zerlegt die Gruppe etwas. Zorro hat kein Licht und beeilt sich nach Hause zu kommen. Bereits nach der ersten Kurve entschwindet er mit beneidenswertem Speed in der Dämmerung.

Das Samstags-Mikado endet in Siersburg, nach 3,5 Stunden, 50km und mehr als 1.000 Höhenmetern.


Sportliche Grüße,

euer Scotty


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