Trail oder Hering?

Muss man an Aschermittwoch unbedingt Heringe essen? Es soll da auch noch andere Methoden geben sich den Faschingskater aus den Beinen zu vertreiben.


Planlos starten wir vor dem Clubheim des FV 08 Püttlingen. Drinnen hat grad der Kampf um die letzten Heringe begonnen und draussen beginnt unser alternativer Bikermittwoch.
Nach einem wunderbar sonnigen Tag ist die Versuchung groß sich zu leicht anzuziehen und auch die Trails sollte man nach so einer Wetterlage nicht unterschätzen.
 
Camelride, Achterbahn und Pfarrer Rug Trail bringen mehr Slip als Grip. Überall lauert unter dem verdächtig trockenen Laub eine seifig glitschige Masse. Dennoch ist diese Passage immer wieder ein schöner Einstieg auf dem Weg nach "adLdB" an da Luisendaler Brigg, wo uns nicht AKK sondern die AKF (Altenkessel Fraktion) im Blinkmodus erwartet.
 
Es steht nix besonderes auf dem Plan also schicken wir Alfred mit dem grünen Daumen vor die Trails zu suchen die wir nicht finden.
 
Zunächst wechseln wir vom runden Tritt in den Galopp. Gefrorene Pferdespuren liegen auf unserer Beleibtheitsskala ganz tief unten. Alfred hat ein Einsehen und es dauert nicht lange bis was vielversprechwndes im linken Augenwinkel auftaucht. Wie so oft endet der schöne lange Trail an einem sogenannten Ansitz mitten auf einer Lichtung. Da der Wachturm nicht besetzt ist können wir ruhigen Gewissens weiter fahren oder vielmehr schieben, denn mehr geht hier nicht mehr.
 
Dank moderner Navigation finden wir durch dichtes Gestrüpp wieder zurück auf den normalen Weg weiter hoch Richtung Grenze. Mal gefroren und mal matschig  geht es stetig leicht bergauf Richtung Wasserturm von Kleinrosseln.
 
Oben wird kurz verschnauft und gefuttert. Nein keine Heringe. Weiter gehts schön trocken fluffig runter nach Großrosseln. Etwa in der Hälfte des Trails an einem Bauzaun biegen wir kurz scharf ab und stehen direkt auf einem breiten Eisfeld das sich lange gehalten hat und "oh leck strak gefror" ist.
 
Auf dieser Seite hat die Gemeinde einen schönen Fitnessparcour angelegt den wir dankend passieren. Ein paar brauchbare Übungen für uns sind auch dabei.
 
Ohne es wirklich zu merken befinden wir uns jetzt auf der Stecke des Wildsaumarathons also bleiben wir auch drauf. Wir queren die MVA in Velsen und schrauben uns wieder hoch auf den Höhenzug zwischen Geislautern und Wehrden. Die knackigen Anstiege und der grippfreie Boden treiben den Puls nach oben. Die schönen kniffligen Abfahrten fordern bei diesem Untergrund" högschde Konzentration".
 
Ein herrlicher Ausblick auf das abendliche Saartal entschädigt für die Strapazen. Wir finden relativ schnell runter nach Wehrden. Die AKF will sich über den Saar-Rad-Weg Richtung Heimat verabschieden, aber waren da nicht noch ein paar nette Trails im Zentrum der Hüttenstadt? Sie fahren natürlich weiter mit uns.
 
Über die Saar kommen wir direkt vor dem Weltkulturerbe auf den ersten Citytrail.
Schön gepflastert und mit Betonstufen im halbrund in den Hang gemauert weckt er in Klaus den Spieltrieb. Er muss die Treppen rauf und runter fahren was ihm bei bis zu 50cm hohen Absätzen auch ziemlich gut gelingt.
 
Weiter gehts mit dem menschenleren Arkaden-Trail. Im Zick Zack um die Pfosten cruisen das geht hier nur zu dieser Tageszeit. Auch hier beweist Alfred wieder seine Qualitäten als Trialfinder par Excellance.
 
"Direkt vorm Woolworth kann man rechts noch eine schöne Schleife nehmen!"
Ja genau. da wo immer der Brezel Rupp gestanden hat.
Vor dem Rathaus machen wir kurz halt und beim Durchzählen sind wir auf einmal ein Mann mehr. Phil, ebenfalls ein fleißiger Mittwochsbiker hat heute Mittagsschicht, hat sich eben die "Bux uff da Hitt abgekloppt" und grinst sich einen weg, dass er uns heute doch noch zu Gesicht bekommt.
 
Über den Peka-Trail erreichen wir ein weiteres Highlight der City-Trailogie.
Auf den hat sich Alfred schon den ganzen Tag gefreut. Der Schwimmbadtrail zieht sich sauber verlegt links um das Stadtbad herum und endet apprupt an der Zufahrt zum Stadtwerken-Trail Richtung Stadion. "Es geht doch nix über sauber verlegte Verbundsteine"

Auf dem Heidstock hat die AKF dann wirklich genug von unseren Citytrails und verabschiedet sich in die Nacht. Doch einen haben wir noch.
 
Der Tunnel-Trail auf dem Heidstock lässt uns dann doch keine Ruhe und wir schaffen uns an das große Eingangstor des ehemaligen Tunnels der Köllertalbahn der 192m lang unter dem Heidstock hinduchführt. Ruppig und zugewachsen präsentert sich der Trail. Überall liegt Müll rum und der Eingang ist auch noch dicht.
Genug planlos rumgeeiert. Über den Köllertalradweg treten wir den Rückzug an.
Keine Heringe aber viel neue Entdeckungen haben diesen Mittwoch wieder zu einem schönen Abenteuer werden lassen. Die Völklinger City-Trails sind noch ein Geheimtipp, allerdings nur wenn die Hütenstadt schon schläft.
 
Es grüssen 3x Rohloff 1x Standard. Alles noch ganz!